Geese, Natalie

Ein ausführliches Interview mit Natalie Geese finden Sie hier.

Einsatzregion:

  • Vorzugsweise Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz
  • sollte der Vortragstermin am frühen Nachmittag liegen, ist ein Einsatz in Hamburg, Bremen und in den Regionen Niedersachsens, Bayerns und Baden-Württembergs, die gut mit Fernverkehrszügen zu erreichen sind, ebenfalls möglich

Meine Schwerpunktthemen:

  • Empowerment (die eigene Beeinträchtigung zu einer Ressource machen; mit interessanten Texten die Öffentlichkeit für die eigenen Belange sensibilisieren)
  • Seine Umgebung auf eine andere Art begreifen: ein Einblick in die Wahrnehmung blinder Menschen
  • Das Konzept der Selbstbestimmung
  • Selbstbestimmt leben mit Assistenzhund
  • Persönliche Assistenz (Abgrenzung zu anderen Formen der Hilfeleistung, Kommunikation in Assistenzbeziehungen)
  • Was sind Behinderungen und wie entstehen sie? – der Behinderungsbegriff aus der Perspektive des sozialen und des kulturellen Modells von Behinderung
  • Was ist das menschenrechtliche Modell von Behinderung?
  • Barrierefreie Kommunikation in Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen
  • Weg mit den Klischees: Tipps zur Darstellung von behinderten Menschen in den Medien
  • Barrierefreie Kommunikation im Katastrophenschutz
  • Ableismus

Mein Erfahrungshintergrund

Persönlich:

Meine Blindheit ist seit meiner Geburt ein Teil von mir. Sie hat mich wissen lassen, dass die Welt mehr zu bieten hat als nur visuelle Eindrücke. Ich genieße es, in einer Welt voller Geräusche, Gerüche und taktiler Reize zu leben und hatte noch nie das Verlangen, sehen zu können. Ein Anliegen ist es mir daher, zu zeigen, dass Körpermerkmale, die als Beeinträchtigung gelten, das eigene Leben auch bereichern können. Ich habe schon immer selber entschieden, was ich in meinem Leben wollte und was nicht. Seit ein paar Jahren weiß ich, dass man das Selbstbestimmung nennt. Um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, bin ich auch darauf angewiesen, von anderen Menschen und Tieren unterstützt zu werden. Ich habe schon auf unterschiedliche Unterstützungsformen zurückgegriffen: auf Familie und Bekannte, auf Begleitpersonen, die von Reiseanbietern für blinde Menschen gestellt wurden und auf Persönliche Assistenz nach dem Arbeitgebermodell. Zudem habe ich seit Jahren einen Blindenführhund an meiner Seite. Ich kenne die verschiedenen Unterstützungsformen also aus eigener Erfahrung und weiß, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Und natürlich bin ich in meinem Leben auch immer wieder Barrieren begegnet – z.B. Dokumenten, die für mich nicht zugänglich waren und Menschen, denen es schwer fiel mit mir ohne Blickkontakt zu kommunizieren. Kurz gesagt: Ich kann vielfältige persönliche Erfahrungen in meine Referent*innentätigkeit einbringen.

Fachlich/Beruflich:

Schwerpunkt meiner Ausbildung war und ist das Thema Kommunikation im Zusammenhang mit Behinderung. Ich habe Soziologie, Politik- und Medienwissenschaft studiert. In meinem Studium habe ich u.a. Referate zu barrierefreiem Internet gehalten und habe meine Abschlussarbeit über die Darstellung von Blindheit im Spielfilm geschrieben. Während meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft habe ich mich mit barrierefreier Kommunikation im Katastrophenschutz beschäftigt. In meiner Doktorarbeit in den Disability Studies, an der ich derzeit noch arbeite, untersuche ich, welchen Einfluss menschliche Assistenz, Blindenführhunde und Langstöcke auf die Interaktion zwischen blinden und sehenden Menschen haben. Für meine Doktorarbeit habe ich auch einige Publikationen gelesen, die sich mit Selbstbestimmung, Assistenz, dem sozialen und dem kulturellen Modell von Behinderung beschäftigen. Einige Zeit habe ich mich ehrenamtlich als Pressereferentin in einer Selbsthilfeorganisation von Blindenführhundhalter*innen engagiert. Derzeit mache ich ehrenamtlich die Pressearbeit für die Regionalgruppe Siegen der Pro Retina.

Was Sie noch über mich wissen sollten:

Mein Blindenführhund wird mich im Rahmen meiner Referententätigkeit begleiten. Da ich vom Bahnhof zum Veranstaltungsort ein Taxi nutze, wenn der Weg zum Veranstaltungsort kompliziert ist, sollte die Bereitschaft vorhanden sein, Taxikosten zu übernehmen. Zudem sollte der Veranstaltungsort gut mit dem Zug erreichbar sein. Zumeist verzichte ich darauf, Powerpoint-Präsentationen anzufertigen. Die Kontaktaufnahme sollte telefonisch oder per E-Mail erfolgen.

Referenzen:

  • Selbstbestimmt Leben mit Assistenzhund und mit blinden Menschen sinnvoll kommunizieren, Vertiefungstag für Lotsen und Lotsinnen & Ehrenamtler*innen EUTB des Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben Köln
  • Kommunikationshilfe oder Stigmasymbol? Wie die verschiedenen Mobilitätshilfen die Kommunikation zwischen blinden und sehenden Menschen beeinflussen, SightCity Forum 2019
  • „Der Einfluss von Mobilitätsassistenzen auf den Umgang mit Blindheit in Alltagsbegegnungen“, Tagung „Geschichte, Gegenwart und Zukunft von blinden und erblindenden Menschen aus interdisziplinärer Perspektive“, Uni Kiel
  • Mitgestaltung der Veranstaltung „Knigge zum Umgang mit blinden Menschen und taktile Hilfen bei Spielen“, Netzwerktreffen des Projekts „Teilhabe ermöglichen“, Invema e.V.
  • „Blinde Menschen – Anforderungen an den Brandschutz“, Fachtagung Brandschutz für Menschen mit Behinderung, Mission sicheres Zuhause

Veröffentlichungen (Auswahl):

Geese, Natalie (2018): Mobilitätsassistenzen für blinde Menschen, in: Alexa Klettner/Gabriele Lingelbach (Hrsg.): Blindheit in der Gesellschaft: Historischer Wandel und interdisziplinäre Zugänge, Frankfurt/New York: Campus Verlag, S. 153-190.

Geese, Natalie (2017): Stigmatisierungen in Mensch-Führhund-Triaden: Ursachen, Verwirklichung und Management. In: Nicole Burzan & Ronald Hitzler (Hrsg.): Auf den Hund gekommen: Interdisziplinäre Annäherung an ein Verhältnis. Wiesbaden: Springer Fachmedien. S. 139-155.

 

Kontaktdaten:

natalie.geese(at)casco.isl-ev.de

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